Herstellerregister
Jeder Eintrag führt Bestehenszeitraum, Orte, Werkslinie (Vorgänger und Nachfolger) und Quellen. Der Belegstatus zeigt, wie belastbar der Eintrag derzeit ist.
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J. P. Sauer & Sohn, Suhl
Suhl · 1751–1945Ältester der großen Suhler Betriebe (gegründet 1751). Jagdwaffen von Weltruf, daneben die behördlich eingeführte Selbstladepistole Modell 38H — eine der modernsten Dienstpistolen ihrer Zeit. Nach 1945 Neuanfang in Eckernförde.
gesichert -
C. G. Haenel, Suhl
Suhl · 1840–1945Suhler Traditionsbetrieb, im 20. Jahrhundert vor allem als Fertigungsstätte der Maschinenpistolen MP 18 bis MP 41 (Konstruktionen Hugo Schmeissers) und des Sturmgewehrs 44 bekannt. Für das Sammelgebiet nur dokumentarisch relevant — die Selbstladewaffen des Hauses sind Kriegswaffen.
plausibel -
Simson & Co., Suhl
Suhl · 1856–1936Zwischen 1925 und 1934 einziger zugelassener Lieferant der Pistole 08 für die Reichswehr — eine Folge der Rüstungsbeschränkungen von Versailles, für die gerade die geringe Fertigungskapazität des Hauses ausschlaggebend war.
plausibel -
Königlich Preußische Gewehrfabrik Erfurt
Erfurt · 1862–1919Staatliche preußische Fertigungsstätte. Im Ersten Weltkrieg neben DWM der zweite Großfertiger der Pistole 08. Nach Versailles aufgelöst — die P08-Fertigungseinrichtungen gingen an Simson in Suhl und begründeten damit die Reichswehr-Fertigung der Weimarer Zeit.
plausibel -
Carl Walther Waffenfabrik, Zella-Mehlis
Zella-Mehlis · 1886–1945Bedeutendster Selbstladepistolen-Konstrukteur der Region. PP (1929) und PPK (1931) setzten den Weltstandard für Polizeipistolen; die P38 löste 1938 die Pistole 08 als Ordonnanzwaffe ab. 1945 endete die Fertigung in Thüringen — die Familie ging in den Westen, das Unternehmen bestand in Ulm fort.
gesichert -
Rheinmetall, Werk Sömmerda (vorm. Dreyse)
Sömmerda · 1901–1945Traditionsstandort der Familie Dreyse (Zündnadelgewehr), ab 1901 Teil von Rheinmetall. Die Selbstladepistole Dreyse M1907 wurde von Polizeien eingeführt und hielt den Namen Dreyse in der Kurzwaffenwelt lebendig.
plausibel -
Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke
Suhl · 1936–1939Nachfolgefirma des enteigneten Simson-Betriebs, Zwischenstation auf dem Weg in die Gustloff-Werke. Kurzlebig, aber für die Stempel- und Markenkunde relevant.
ungeklärt Entwurf -
Gustloff-Werke, Werk Suhl
Suhl · 1939–1945Rüstungsbetrieb der Wilhelm-Gustloff-Stiftung, hervorgegangen aus dem enteigneten Simson-Werk. Bekannt vor allem für Spätkriegsentwicklungen.
ungeklärt Entwurf -
SAG Awtowelo, Werk Suhl
Suhl · 1946–1952Sowjetische Aktiengesellschaft, in die das Suhler Werk nach 1945 als Reparationsleistung überführt wurde. Bindeglied zwischen NS-Rüstung und volkseigener Fertigung.
ungeklärt Entwurf -
VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann", Suhl
Suhl · 1952–1990Endpunkt der Suhler Werkslinie: volkseigener Kombinatsbetrieb, der Jagdwaffen für den Devisenexport und Fahrzeuge unter dem Markennamen Simson fertigte — dem Namen der 1936 enteigneten Gründerfamilie.
plausibel