Methodik
odwh ist eine Dokumentation, kein Forum und kein Marktplatz. Drei Regeln tragen die Seite: jede Aussage hat eine Quelle, jeder Eintrag trägt seinen Belegstatus offen, und der Gegenstand ist präzise abgegrenzt.
Belegstatus
Jeder Eintrag — Hersteller, Modell, Stempel — führt eine von drei Stufen sichtbar im Kopf:
- gesichert — durch mehrere unabhängige Quellen oder Primärquellen gedeckt.
- plausibel — durch Sekundärliteratur gedeckt, Einzelbelege stehen aus oder widersprechen sich in Details.
- ungeklärt — offene Forschungsfrage. Solche Einträge benennen, was fehlt und wie es zu klären wäre.
Der Status „ungeklärt" ist kein Mangel, sondern Programm: Die interessantesten Fragen der ostdeutschen Fertigungsgeschichte — etwa die Suhler Makarow-Frage — sind genau die unbeantworteten. Eine Dokumentation, die nur Gesichertes zeigt, würde sie verstecken.
Quellenapparat
Quellen werden typisiert geführt (Literatur, Archiv, Objektbefund, Online, Auskunft) und je Eintrag ausgewiesen. Objektbefunde — Stempel, Maße, Fertigungsmerkmale am dokumentierten Einzelstück — gelten als eigenständige Quellengattung und werden mit Fundkontext erfasst. Wo Aktenlage und Objektbefund einander widersprechen, wird der Widerspruch dargestellt, nicht aufgelöst.
Gegenstand und Abgrenzung
Dokumentiert wird die Waffenherstellung im Gebiet der heutigen ostdeutschen Länder von 1871 bis 1990 — von der Reichsgründung, mit der ein einheitlicher Beschaffungsraum entstand, bis zur deutschen Einheit, mit der die eigenständige ostdeutsche Fertigung endete. Maßgeblich ist der Fertigungsort, nicht der Sitz des Rechtsträgers: Nur so bleiben Werkslinien über Enteignung, Demontage und Verstaatlichung hinweg verfolgbar.
Rechtlicher Rahmen
- Diese Seite dokumentiert. Sie handelt nicht mit Waffen, vermittelt keinen Handel und enthält keine Anleitungen zu Umbau oder Instandsetzung.
- Kriegswaffen im Sinne des KWKG (vollautomatische Waffen) werden ausschließlich industriegeschichtlich dargestellt und sind entsprechend gekennzeichnet.
- Abbildungen historischer Kennzeichnungen — einschließlich solcher aus der NS-Zeit — erfolgen ausschließlich zum Zweck der wissenschaftlichen und zeitgeschichtlichen Dokumentation. Zur Geschichte der dargestellten Betriebe gehören Enteignung, Verfolgung und Zwangsarbeit; diese Zusammenhänge werden ausdrücklich benannt und nicht auf Technikgeschichte verkürzt.
Mitwirkung
Korrekturen, Quellenhinweise und dokumentierte Objektbefunde sind willkommen — insbesondere zu den als „ungeklärt" markierten Fragen. Kontakt über das Impressum.